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Wasserfussabdruck

Die Wasserfussabdruck-Bewertung bewertet die Auswirkungen der Lebensmittelproduktion auf Wasserressourcen, wobei sowohl das verwendete Wasservolumen als auch die Wasserknappheit in den Regionen berücksichtigt werden, in denen es entnommen wird.

Was gemessen wird

Der Wasserfussabdruck-Indikator konzentriert sich auf:

  • Wasservolumen, das bei Lebensmittelproduktion, -verarbeitung und -transport verwendet wird
  • Wasserstressniveaus in Regionen, in denen Wasser entnommen wird
  • Blauwasserverbrauch (Oberflächen- und Grundwasser)
  • Grünwasserverbrauch (Regenwasser)
  • Potenzielle Auswirkungen auf lokale Ökosysteme und Gemeinschaften

Wassertypen

Blauwasser

Oberflächen- und Grundwasser, das für Bewässerung und Verarbeitung verwendet wird:

  • Flüsse und Seen
  • Grundwasserleiter
  • Kommunale Wasserversorgung

Blauwasser ist typischerweise knapp und seine Nutzung konkurriert direkt mit anderen Bedürfnissen.

Grünwasser

In Boden gespeichertes und von Pflanzen genutztes Regenwasser:

  • Von Pflanzen aufgenommener Niederschlag
  • Bodenfeuchtigkeit
  • Generell weniger belastend als Blauwasser

Grauwasser

Wasser, das zur Verdünnung von Schadstoffen benötigt wird:

  • Landwirtschaftliche Abflüsse
  • Verarbeitungsabwässer
  • Nicht direkt verbraucht, beeinflusst aber die Qualität

Wasserknappheitsgewichtung

Die Auswirkung des Wasserverbrauchs hängt stark vom Standort ab. Ein Liter Wasser, der in einer wasserarmen Region verwendet wird, hat weitaus grössere Auswirkungen als in einer wasserreichen Region.

Wasserstressindex (WSI)

Der Wasserverbrauch wird mit dem Wasserstressindex gewichtet:

WSI-NiveauBeschreibungMultiplikator
Niedrig< 0,10,1×
Moderat0,1-0,40,4×
Hoch0,4-0,80,8×
Extrem> 0,81,0×

Knappheitsgewichteter Wasserfussabdruck

Auswirkung = Wasservolumen × WSI × Charakterisierungsfaktor

Bewertungssystem

Der Wasserfussabdruck verwendet ein 5-Tropfen-Bewertungssystem, wobei A am besten (5 Tropfen) und E am schlechtesten (1 Tropfen) ist:

BewertungTropfenBedeutungLiter/DFU Schwellenwert
A💧💧💧💧💧Besser als Durchschnitt< 91,6L
B💧💧💧💧Maximal doppelt so hoch wie Durchschnitt< 183,1L
C💧💧💧Maximal viermal so hoch wie Durchschnitt< 366,2L
D💧💧Unter absolut kritisch< 1'059,9L
E💧Über absolut kritisch> 1'059,9L
Optimaler Wasserverbrauch

Bewertung A zeigt optimalen Verbrauch von knappem Wasser an. Bewertung E bedeutet, dass der Wasserverbrauch deutlich im Konflikt mit nachhaltiger Nutzung steht.

Lebensmittel mit hohem Wasserfussabdruck

Landwirtschaftsintensiv

LebensmittelWasser pro kgAnmerkungen
Mandeln10'000+ LKalifornischer Wasserstress
Reis3'000-5'000 LGeflutete Reisfelder
Baumwolle10'000 LOft in trockenen Regionen
Avocados1'000+ LChilenischer/mexikanischer Stress

Tierische Produkte

LebensmittelWasser pro kgAnmerkungen
Rindfleisch15'000+ LBewässerung für Futterpflanzen
Schweinefleisch6'000 LFutter und Verarbeitung
Käse5'000 LMilchproduktion

Lebensmittel mit niedrigem Wasserfussabdruck

LebensmittelWasser pro kgAnmerkungen
Kartoffeln250 LRegengespeist in vielen Regionen
Karotten130 LEffiziente Wassernutzung
Kohl200 LGeringer Bewässerungsbedarf
Zwiebeln270 LTrockenheitstolerant

Regionale Aspekte

Dieselbe Kultur kann je nach Anbauort sehr unterschiedliche Wasserauswirkungen haben:

Beispiel: Tomaten

HerkunftWSIAuswirkung
Niederlande (Gewächshaus)NiedrigMinimal
Spanien (Almería)HochErheblich
MarokkoExtremSehr hoch

Benchmark-Methodik

Wasser-Benchmarks werden berechnet mit:

  1. Produktionsdaten aus EDB und Ecoinvent
  2. WSI-Werten aus globalen Wasserstress-Karten
  3. Handelsstatistiken zur Gewichtung nach Herkunft
  4. Charakterisierungsfaktoren aus der AWARE-Methode

AWARE-Methode

Die Available WAter REmaining (AWARE)-Methode wird zur Wirkungscharakterisierung verwendet:

  • Berücksichtigt Wasserverfügbarkeit
  • Berücksichtigt menschliche und Ökosystem-Bedürfnisse
  • Global konsistente Methodik
  • ISO 14046 konform

Datenquellen

  • Pfister et al. (2011) — Globale Wasserauswirkungen von Nutzpflanzen
  • Scherer & Pfister (2016) — Süsswasser-Biodiversität
  • AWARE-Charakterisierungsfaktoren
  • Nationale Wasserstatistiken

Siehe auch